{"id":3537,"date":"2022-04-27T12:33:00","date_gmt":"2022-04-27T10:33:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.aikido-korntal.de\/?p=3537"},"modified":"2024-01-24T11:27:02","modified_gmt":"2024-01-24T10:27:02","slug":"%e6%ae%8b-zanshin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aikido-korntal.de\/?p=3537","title":{"rendered":"\u6b8b Zanshin"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Aikidoka,<\/p>\n<p>hier mal wieder eine Erl\u00e4uterung eines typischen Kampfkunstbegriffes:<\/p>\n<p>In Romaji: Zanshin (das Z ist ein stimmhaftes \u201es\u201c)<\/p>\n<p>Hiragana: \u3056\u3093\u3057\u3093<\/p>\n<p>Aber richtig interessant ist der Begriff (wie immer) wenn man sich die Kanji anschaut: \u6b8b\u5fc3<\/p>\n<p>Wenn man im Waffentraining in Iwama oder auch beim normalen Taijutsu Training noch unter Morihiro Saito Sensei trainierend nach dem Ausf\u00fchren der Technik sich einfach nur umgedreht hat, oder sich irgendwie wegbewegt hat, die Haare gerichtet, die B\u00e4ume hochgeschaut oder zu den anderen Trainierenden, hat Sensei sofort geschrien \u201eDAMME! ZANSHIN!!!!\u201c. Auch, wenn man als Uke auf dem Boden liegend einfach nur aufgestanden ist \u201eZANSHIN!!!&#8221;<\/p>\n<p>In der herk\u00f6mmlichen japanischen Sprache kann das Wort Zanshin mit den gleichen Kanji \u201eBedauern\u201c hei\u00dfen.<br \/>\nIm Budo ist aber definitiv nicht gemeint, dass der Lehrer nach ausgef\u00fchrter Technik anfangen soll den zu Boden Gegangenen noch ein wenig zu bedauern \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Nein, im Budo ist Zanshin ein Aufmerksamkeitszustand, eine Konzentration, die auf den Uke, die Umgebung, beim Bogenschie\u00dfen auf das Ziel und aber auch auf einen selbst gerichtet ist. Man kontrolliert die Situation um sofort wieder agieren zu k\u00f6nnen. Im Training h\u00e4lt man das Gef\u00fchl des Abschlie\u00dfens der Technik, oder des Shuriken Wurfes fest. Auch bei den Iai-katas (Schwert ziehen) wird w\u00e4hrend des Zur\u00fcckschiebens des Schwertes konzentriert nach vorne geschaut, man darf nicht auf die Klinge oder die eigenen H\u00e4nde schauen w\u00e4hrend man das Schwert zur\u00fcck schiebt. Es geht also einerseits um Kontrolle halten, \u00fcber den \u201eGegner\u201c und die Situation an sich. Aber im Training auch darum den Moment nach Abschluss einer Bewegung zu erleben. Z.B. ist es beim Ausf\u00fchren des Schnitttests mit dem Katana unbedingt n\u00f6tig sich gleich nach dem Schnitt das Ergebnis zu betrachten und auch zu erleben und das Erlebte in Erinnerung zu rufen, denn die eigentliche Ausf\u00fchrung geht so schnell, dass man nur \u00fcber das vorherrschende Gef\u00fchl zu einem Ergebnis kommen kann, warum ein Schnitt gut geklappt hat und warum nicht. In vielen Disziplinen geht man sogar soweit, dass man sich im Anschluss noch vor dem Ziel verbeugt, auch wenn es nur ein Gegenstand ist (Zielscheibe, Strohmatte etc.)<\/p>\n<p>Die Kanji:<\/p>\n<p>\u6b8b: on-Lesung: Zan; Kun-Lesung: noko<\/p>\n<p>Bedeutung: \u00dcbriges, \u00dcbrig gelassenes, Rest<\/p>\n<p>W\u00f6rter mit dem selben Kanji: zanyo: Restbetrag ; zanzou: Nachbild; zankou: Abendrot;<br \/>\nUnd die Verben (mit der kun-Lesung): nokoru: bleiben, \u00fcbrig bleiben, weiterhin bestehen<br \/>\nund nokosu: hinterlassen, \u00fcbriglassen, zur\u00fccklassen.<\/p>\n<p>Das zweite Kanji ist ganz einfach: on-Lesung: shin; Kun-Lesung: Kokoro = Herz, Gef\u00fchl, Seele, Bewusstsein<\/p>\n<p>Im Budo Sinne also: obwohl die Technik zu Ende ist, bleibt das Bewusstsein weiterhin bestehen.<\/p>\n<p>Ihr k\u00f6nnt ja mal dar\u00fcber nachdenken inwiefern das regelm\u00e4\u00dfige Trainieren von Zanshin hilfreich f\u00fcr den Alltag sein kann \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Lieben Gru\u00df und bis bald im Training \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Volker<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Aikidoka, hier mal wieder eine Erl\u00e4uterung eines typischen Kampfkunstbegriffes: In Romaji: Zanshin (das Z ist ein stimmhaftes \u201es\u201c) Hiragana: \u3056\u3093\u3057\u3093 Aber richtig interessant ist der Begriff (wie immer) wenn [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2921,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3537","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.aikido-korntal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3537","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.aikido-korntal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.aikido-korntal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aikido-korntal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aikido-korntal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3537"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.aikido-korntal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3537\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3538,"href":"https:\/\/www.aikido-korntal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3537\/revisions\/3538"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aikido-korntal.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2921"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.aikido-korntal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3537"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aikido-korntal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3537"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aikido-korntal.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3537"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}